Neugierde und Gedanken

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    Manchmal, wenn sich meine Gedanken zu einem Thema nicht fügen wollen, nehme ich mein Laptop und gehe z.B. in das Café 14 in Mittweida. Ein kleines Café – ein Treffpunk von Studierenden, Schülern, Leute wie ich und noch eine Generation älter. Sie alle finden dieses Café, es ist übrigens das einzige Café in Mittweida, ist was Besonderes.

    Die Nachricht, dass dieses charismatische Café schließt hatte auch mich erreicht. So wollte ich ein letztes Mal diese Atmosphäre, den guten Café und die Vielseitigkeit von Gedanken in mich reinsaugen, fühlen und erleben. Fast alle Tische waren besetzt. Ich saß ganz hinten rechtes, direkt neben dem großen Fenster zur Straße hin, das Laptop war geöffnet, der Café duftete verführerisch und bald versank ich in meine Gedanken. Worte drangen wie durch Watte an meine Ohren und rissen mich in die Wirklichkeit. Eine junge Dame sprach mich an, wohl eine ganze Zeitlang schon. Sie schien etwas genervt. Auch ihre Begleiterinnen lächelten schon mitleidig. Was soll ich sagen: sie fragte, ob die Plätze an „meinem“ Tisch noch frei wären. „Klar“ sagte ich und lachte. Dann versank ich wieder in meine Gedankenwelt, die Finger tippten fleißig und ich hatte wohl die Neugierde der jungen Damen geweckt. Sie wollten wissen was ich da mache, an was ich so intensiv schreibe.

    Ich lachte und fing u.a. an von den Seitenspinnern zu erzählen… Einige ihrer Fragen und meine Antworten will ich erzählen:


    1. Wer sind die Seitenspinner?

    Es sind Menschen, wie du und ich, sagte ich.

    2. Was machen die Seitenspinner? Es sind Leute, die schreiben wollen. Sie schreiben, was sie bewegt, erzählen ihre Geschichte, Träume, Fantasie und mehr

    3. Seid ihr ein Verein, ein Club, ein Zusammenschluss von… Spinnern, fragte sie lachend?

    Weder das eine, noch das andere. Es gibt keine Vorschriften, keine Hausaufgaben, keine finanziellen Verpflichtungen, keine thematischen Vorgaben und so – das einzige was ich anzumerken hätte, ist der respektvolle Umgang mit dem anderen und mit dem, was zu erleben ist.

    3a. Was gibt es dann?

    Den Freigeist, sagte ich. Es gäbe dich und das ist schon eine ganze Menge.

    4. Habt ihr denn keinen Sitz, keinen Raum?

    Oh doch, du findest die Seitenspinner in Waldheim, nicht weit von hier. Wenn du auf den Pfaffenberg gehst und nach der Museumsgaststätte suchst, dann hast du sie gefunden.

    5. Bist du auch ein „Spinner?“

    Jetzt nicht, sagte ich. Aber wenn ich durch die Tür in die Museumsgaststätte gehe, dann bin ich

    einer. Dort gibt es einen großen runden Tisch – dort findest du auch die anderen.

    6. Was passiert da so?

    Wir reden, lachen, trinken etwas und erzählen. Vielleicht hat der eine oder andere etwas geschrieben, was er uns vorlesen will. Er will hören, sehen und fühlen wie es bei dem andren ankommt. Vielleicht gibt es auch Ratschläge von den anderen. Manchmal sind Gäste anwesend, die etwas verzehren – sie werden es auch hören und sie werden, wenn sie es denn so wollen, honorieren. Es gibt eine „offenes Mikro“ und später auch eine „offene Bühne“. Die Seitenspinner sind noch jung und es gilt den einen oder anderen Weg auszuloten, einen anderen zu gehen. Du kannst dich, dein Ego, deine Gedanken einbringen und gestalterisch tätig sein.

    7. Ist das schon alles?

    Es ist ein Anfang. Wir wollen die kulturelle Szene in Waldheim mit bereichern. Es soll Veranstaltungen mit Publikum geben, Lesungen und einiges mehr. Vielleicht schreibt jemand ein Buch und ein Agent von einem Verlag entdeckt ihn, oder… die Möglichkeiten sind sehr vielfältig.

    8. Was muss ich denn tun, wenn auch ich „spinnen“ will?

    Geh nach Waldheim – finde den Pfaffenberg – tritt durch die Tür der Museumsgaststätte – und komm zu uns an den Tisch. Dann bist du angekommen – und wenn du dir nicht sicher bist, frag nach den Seitenspinnern – Gabi, die Hausherrin ist sicherlich hilfsbereit.

    9. Das geht doch nicht ohne Prominenz oder Unterstützer. Wie macht ihr das?

    Der Bürgermeister der Stadt Waldheim unterstütz unsere Idee und Aktivitäten. Unterstützung können wir immer gebrauchen, sagte ich lachend. An wen ich noch denke? Naja, vielleicht liest diesen Beitrag der Pfarrer, der Direktor der Schule, Deutschlehrer, jemand von den Lions Club oder von der Rotary `s. Unser Vorhaben, unsere Ideen sind edel.. „ach ja“ bin ich jetzt ein Spinner oder ein Visionär/Träumer“, fragte ich lachend.

    „Eher ein Träumer“, hörte ich… Doch ohne Träume gestaltet sich nichts, oder?

    10. Wer ist denn schon dabei? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

    Wer dabei ist: – Ich – und wenn du wissend werden willst – komm einfach vorbei. Vom Alter solltest du mindestens 14 Jahre alt sein. Es gibt bestimmt schreibende Seelen, die jünger sind und ja, auch sie willkommen, doch hier muss das klar mit dem Elternhaus geregelt sein.

    Du fragst nach Voraussetzungen: Du musst es einfach wollen Und wenn du magst, bring Freunde mit, die auch dieses Verlangen nach… fühlen – auch ein „Seitenspinner“ zu sein, sagte ich lachend. Und wenn ihr wollt, erzählt überall von den Spinnern, den Seitenspinnern, verbesserte ich mich.

    11. Warum seid ihr nicht in diesem Café? Ich hab dich schon öfters hier gesehen, meist hast du in der hinteren Ecke, am kleinen Tisch gesessen und Café getrunken?Das ist die letzte Frage, die ich hier aufschreiben und beantworten will. Es blutet mir das Herz, so will ich es mal ausdrücken, dass das Café schließen wird. Alles auf Corona, die Pandemie und etc. zu schieben wäre zu profan, zu leicht. Ich denke, die Menschen haben verlernt zu sehen und zu fühlen, wenn sich jemand bemüht etwas Wunderbares zu Schaffen – wie die Familie Haferkorn.

    Die Lethargie und des „geführt werden wollen“ ist einfach der schleichende „Tot“.

    Mir fiel auf, dass ringsum noch so einige Ohren auf „Empfang“ gedreht waren. Recht so, sagte ich mir. Ich klappte meinen Laptop zu, bedankte mich im Stillen beim Schicksal für die seltsame Fügung und bei den Damen für ihre Neugierde.

    Mit dem Satz: „Vielleicht sehen wir uns beim Spinnen“ auf dem Pfaffenberg, verließ ich das Cafè. Eine Visitenkarte von mir und meiner Website: http://www.stan-marlow.de ließ ich liegen. Dort werden die Infos im Forum und die Termine finden, wenn sie denn so wollten.


    Wenn ihr liebe Leser konstruktive, außergewöhnliche Ideen und Gedanken habt, wenn die Neugierde und das Verlangen uns zu helfen oder selbst zu „spinnen“ euch übermannt, dann schreibt uns: Seitenspinner.waldheim@web.de oder kommt auf den Pfaffenberg zu den Seidenspinnern und Gabi.

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